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ETF-INVESTMENT

Schon einmal daran gedacht in Kunst zu investieren?


450 Millionen US-Dollar - so viel ist das teuerste Gemälde der Welt wert. "Salvator Mundi", ein mutmaßlicher da Vinci, wurde 2017 im New Yorker Auktionshaus Christie's von einem unbekannten Bieter für diesen stolzen Preis ersteigert. Es gibt viele Arten Geld anzulegen, eine davon ist Kunst - eine Anlageklasse mit einmaligem Charakter. Der Kunstmarkt ist im Kontrast zum Finanzmarkt nicht reguliert und bringt somit seine eigenen Chancen und Risiken mit sich. Welche Vor- aber auch Nachteile ein Kunst Investment birgt und was es bei einer solchen Kapitalanlage zu beachten gilt, erklären wir euch im folgenden Artikel.

Warum sollte ich in Kunst investieren?

In Kunst zu investieren kann aus verschiedenen Gründen eine besonders spannende Alternative zum Investment in Aktien, ETFs und Co. darstellen. Denn während man bei einer Anlage in den Kapitalmarkt lediglich z.B. sein Vermögen in unserer App einsehen kann, und ansonsten gegenwärtig nicht viel davon hat - zumindest nicht physisch - bietet Kunst ihrem Besitzer zu jedem Zeitpunkt einen Mehrwert. Mit dem Besitz kommt hohes Prestige, letztlich ist Kunst vor allem auch ein Konsumgut welches aufgrund seiner ästhetischen Attribute seinen Besitzern große Freude bereiten kann. So spielt nicht zuletzt auch die emotionale Rendite für viele Sammler eine wesentliche Rolle.

Auch versprechen einige Kunstwerke als Geldanlage im direkten Vergleich zu Aktien eine erhöhte Sicherheit. Warum ist das so? Während der Wert einer Aktie letztlich von dem Unternehmen abhängt und im schlimmsten Fall stark einbrechen kann, besteht bei Kunstwerken ein geringes Risiko von hohen Wertschwankungen. Es ist nahezu unmöglich, dass ein erstandenes Exponat vollständig an Wert verliert und man seine gesamte Anlage verliert. Anders ist dies natürlich wenn man Kunst Investments mit breit gestreuten ETFs vergleicht, diese haben auf lange Sicht kaum Verlustpotenzial.

Welche potenziellen Schwierigkeiten gibt es?

Gerade als Neueinsteiger in die Szene kann es schwierig sein den Markt zu erfassen. Die Aneignung des grundlegenden Wissens ist daher unabdingbar, aber das ist gar nicht so einfach. Der Kunstmarkt ist eine andere Welt, welche für Außenstehende schwer zu begreifen sein kann. Hier wird eine der wesentlichen Hürden deutlich, die man am Finanzmarkt so nicht vorfindet: Die geringe Transparenz des Marktes. Wer ernsthaft und erfolgreich in Kunst investieren möchte, sollte sich daher zunächst durch einen Kenner beraten lassen. Dies spart vor allem Zeit, da die Recherche als Neuling sehr umfangreich sein kann.

Aber nicht nur der Kauf bringt seine Hürden mit sich. Während es bei einem Investment in Aktien oder ETFs zwar wichtig ist langfristig investiert zu bleiben, kommt man bei einer Kapitalanlage in Kunstwerke kaum darum herum. Als Investor sollte man sich bewusst sein, dass man an sein angelegtes Geld nicht so einfach wieder dran kommt. Zwar ist es schlau langfristig in Aktien zu investieren, allerdings besteht praktisch jederzeit die Option diese wieder zu verkaufen. Im Falle eines Kunst Investments kann sich der Verkaufsprozess aber über einen längeren Zeitraum hinziehen - es kann sogar mehrere Monate bis Jahre dauern. Spontane Veräußerungen des Objektes sind so kaum möglich. Darüber hinaus ist der klassische Weg des Verkaufs über Auktionshäuser sowohl durch einen zeitlichen als auch hohen monetären Aufwand gekennzeichnet. Der Kunstmarkt verfügt lediglich über eine geringe Liquidität, nur eine vergleichsweise niedrige Anzahl an Käufern und Verkäufern ist aktiv auf diesem Markt. Dies impliziert, dass Transaktionen nicht reibungslos durchgeführt werden können, dadurch können sich lange Verkaufsprozesse begründen. Man sollte also in jedem Fall  im Hinterkopf behalten, dass Investments in den Kunstmarkt mit dem Risiko einhergehen, im schlimmsten Fall keinen Abnehmer für das Objekt zu finden.

Einen weiteren Punkt bildet das Thema Wertsteigerung. Ähnlich zu einer Investition in ein Unternehmen, gibt es auch im Bezug auf Kunstwerke keine Garantie auf Wertsteigerung. Man kann allerdings auf verschiedene Faktoren Acht geben, wenn man sich auf die Suche nach einem passenden Werk begibt. Merkmale guter Kunst sind Authentizität, Originalität und handwerkliches Können. So sollte ein Werk beispielsweise nicht zu unpersönlich oder zu bemüht wirken. Authentizität und Originalität sind als relativ subjektive Kriterien einzuordnen - was den einen besonders durch Authentizität überzeugt, kann für den anderen schon zu übertrieben sein. Wenn es um das handwerkliche Können des Künstlers geht, ist es zwar weniger subjektiv, allerdings immer noch eine Gradwanderung zwischen fantasielosen Perfektionismus und einem gelungenen Werk.

Als Laie kann es anfangs schwierig sein die Qualität eines Exponats einzuordnen, gerade wenn es sich um einen recht jungen Künstler handelt, den man noch nicht zuzuordnen weiß. Man könnte dies mit einem Investment in ein Start-Up vergleichen, es ist zwar möglich an einzelnen Eckpunkten eine erste Einschätzung über das Potenzial des Unternehmens abzugeben, aber eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

Wenn es um junge Künstler geht, zählt beispielsweise die Ausstellung “Stranger than fiction” der Berliner Künstler Johanna Silbermann, Regina Nieke, Keren Shalev, Florian Schulz, Walter Yu, Benjamin Burkard, Willem Julius Müller und Daniel Schwarz zu unseren persönlichen Favoriten.

Neben den jungen, aufstrebenden Künstlern, gibt es natürlich auch berühmte Künstler wie Picasso, Monet oder Rembrandt, die sich weltweit einen Namen gemacht haben. Dementsprechend hoch ist auch der Wert ihrer Gemälde. Zu den erfolgreichsten lebenden Künstlern gehört auch der Deutsche Gerhard Richter, sein Werk “Untitled” konnte bei einer Auktion bei Sotheby’s für sagenhafte 46 Millionen Dollar verkauft werden. Werke solcher Künstler bieten sich an um Geld zu sichern, da davon auszugehen ist, dass das Stück in der Zukunft mindestens den Kaufpreis inklusive Inflationsbereinigung wert ist.

Wo fange ich am besten an?

Wer in Kunst investieren möchte, hat im Wesentlichen 3 Möglichkeiten: Zum einen gibt es den klassischen Weg eine Galerie aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen. Wer den Wunsch hat, ein diverses Portfolio aufzubauen, kann in ein Auktionshaus gehen oder auch an einer Online-Auktion teilnehmen, da dort Werke verschiedener Künstler ergattert werden können. Abschließend besteht auch die Option direkt bei dem Künstler Werke zu erwerben, hier besteht oft auch die Möglichkeit online zu kaufen.

Übergeordnet gilt aber die Devise: Informieren, informieren, informieren. Vor allem, wenn es sich um ein gezieltes Investment handelt und nicht um den bloßen Kauf, welcher auch aus nicht-finanziellen Motiven geschehen kann.

Wenn wir dein Interesse an der Thematik geweckt konnten, hör doch mal in unseren Podcast QUINessence rein. Dort ist vor kurzem die Folge "In Kunst investieren? Wenn man Leidenschaft mit Rendite verbindet!" erschienen, in der sich unsere Gründer Raphael und Christian mit Jonathan Levy, Leiter der DACH Region der The Fine Art Group, über eben dieses Thema unterhalten haben.