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ETF-INVESTMENT

Investieren in das "blaue Gold"

Längst sind die Auswirkungen des Klimawandels auch in Europa in Form von Waldbränden und Dürreperioden zu spüren. Wasser wird eine immer wichtigere Ressource und Investitionen in die Infrastruktur zur Wasserversorgung immer dringlicher.


Die Erdoberfläche ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Also sollte doch genug Wasser für alle da sein. Leider nicht! Nur 2,5% des verfügbaren Wassers auf der Welt ist Süßwasser und für Menschen genießbar.

Der Wasserverbrauch nimmt zur Zeit so stark zu, dass die Probleme der Wasserversorgung deutlich zunehmen werden. Bis 2050 wird der Verbrauch voraussichtlich um 55% steigen.

Und schon heute ist die Situation dramatisch. Laut dem UN-Weltwasserbericht leiden über 60% der Weltbevölkerung mindestens einen Monat im Jahr unter Wasserknappheit.

Das liegt unter anderem daran, dass die Infrastruktur der Wasseraufbereitung, -versorgung und -entsorgung vielerorts in keinem guten Zustand oder gar nicht vorhanden ist. Die aktuellen Ausgaben für Wasserinfrastruktur liegen bei etwa 40 Milliarden US-Dollar jährlich. Benötigt werden aber laut Experten jährlich 200 Milliarden US-Dollar!

Wie können wir als Anleger in das Geschäft mit dem “blauen Gold” einsteigen?

Zum einen lassen sich in klassische Versorgungsunternehmen (Utilities) investieren. Diese Unternehmen versorgen Haushalte und die Industrie mit Wasser und sind für die Entsorgung und Aufbereitung des Abwassers zuständig.

Dazu zählt zum Beispiel der größte Wasserversorger der USA: American Water Works. Der Konzern ist mit über 7.000 Mitarbeitern und 14 Millionen Kunden ein Riese im Wassergeschäft. Die Unternehmenskennzahlen sind sehr solide und seit dem Börsenstart im Jahr 2008 ist der Kurs um mehr als 800% gestiegen.

Die klassischen Versorgungsunternehmen können einem Depot Stabilität verleihen und eine krisensichere, zuverlässige Quelle für Dividenden darstellen.

Neben den Versorgern können wir Anleger in Zulieferer und Dienstleister der Branche investieren. Das sind beispielsweise Bauunternehmen, die entsprechende Infrastruktur errichten oder modernisieren.

Xylem bietet Analyseinstrumente, Pumpsysteme, Regler und weitere Wasser- und Abwassertechnologien. Das Unternehmen sitzt ebenfalls in den USA, ist aber weltweit aktiv.

Außerdem versucht Xylem das Problem des Mikroplastiks zu bewältigen und entwickelt dafür immer vielversprechendere Hightech-Lösungen.

In der Regel wachsen die Unternehmen im Wassersektor eher langsam, sind aber oftmals ein zuverlässiger Dividendenzahler. Einem breit diversifizierten Portfolio können Unternehmen aus dem Bereich sicherlich gut tun.

Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass auch innerhalb der Branche breit gestreut wird. Ratsam ist über verschiedene Märkte und Sektoren zu streuen, um das Risiko zu reduzieren.

Das geht am besten über einen ETF, der diese Streuung für Euch vornimmt. Werfen wir einen Blick auf 3 der größten in dem Bereich:

Der iShares Global Water ETF ist mit einem Volumen von deutlich über 1,5 Milliarden Euro der größte auf dem Gebiet und wird viel gehandelt, wie ihr hier in den Community Insights sehen könnt.

Der ETF bildet 50 der größten Unternehmen, deren Tätigkeiten im Wasserbereich anzuordnen sind. Die Unternehmen sind global verteilt, etwa die Hälfte fällt aber auf die USA. Die beiden größten Positionen sind die eben vorgestellten Konzerne American Water Works und Xylem.

Letztes Jahr war der ETF leicht im Minus, da der Corona Einbruch nicht aufgeholt werden konnte, dieses wurden die Verluste aber deutlich wieder aufgeholt und auf Jahressicht steht nun ein Plus von über 30% zu Buche.

Der Lyxor World Water ETF verwaltet etwa 920 Millionen Euro. Zu den größten Positionen gehören auch hier American Water Works und Xylem, die Nummer 1 ist aber die Geberit AG. Das ist ein Schweizer Unternehmen, welches für seine Sanitärprodukte bekannt ist.


Das Fondsvolumen des L&G Clean Water ETF beträgt derzeit nur etwa 100 Millionen Euro, allerdings ist er auch erst seit Juli 2019 handelbar.

Die Zusammenstellung bei diesem ETF unterscheidet sich zu den zuvor genannte, da die 66 Positionen alle in etwa gleichgewichtet sind. Außerdem werden weniger Large Caps beigemischt, sondern viele kleine und mittelgroße Unternehmen - größtenteils aus den USA.  



Ein Blick in die Zukunft 🔮

Mit der steigenden Weltbevölkerung geht zukünftig auch eine stärkere Wassernachfrage einher. Die Verfügbarkeit nimmt aber in Folge des Klimawandels gleichzeitig von Jahr zu Jahr ab.

Die Infrastruktur für den Sektor wird also in den nächsten Jahren weiter ausgebaut und modernisiert werden müssen, um die globale Wasserversorgung sicher zu stellen.