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ETF-INVESTMENT

Beeinflussen Weihnachtsgeschenke unsere Zukunft?

Wir alle kennen dieses Gefühl, das jedes Jahr im Januar aufkommt — müde vom üppigen Essen und Wein, und das Girokonto wird von einer hohen Kreditkartenrechnung vom lang erwarteten Januar-Gehalt belastet. Jedes Jahr erinnern wir uns also daran, wie schmerzhaft der erste Monat sein kann — wir beginnen im Voraus für Weihnachten zu sparen. Zum Beispiel, indem wir Geld in einem Sparschwein beiseitelegen oder Bitcoins kaufen, in der Hoffnung auf einen weiteren exponentiellen Preisanstieg, damit wir unserer Nichte einen echten Bären statt eines Teddybären kaufen können. Jedes Jahr wissen wir, dass wir im Dezember etwas Geld sparen sollten, um unseren Liebsten eine Freude zu bereiten.

1. Betrachtet man nun das Gesamtbild, wenn wir das zu Weihnachten machen, warum sollten wir es dann nicht jedes Jahr bis zur Rente tun?

Die zunehmende Alterung der Bevölkerung gefährdet unser Rentensystem. Nehmen wir also an, Du hast 40 Jahre gearbeitet und hast jedes Jahr einen bestimmten Beitrag in das Rentensystem eingezahlt. Der Rentenfonds wird diese Einzahlungen investieren, und am Ende der Laufzeit werden die Ersparnisse plus die (theoretisch) verdienten Zinseszinsen das sein, was Dir ausbezahlt wird.

Jetzt kommt der Haken: Die Generation unserer Eltern und Großeltern (allgemein als Gen-X und Babyboomer bezeichnet) genoss nach dem Krieg großzügige Pensionsregelungen — das heißt Vorruhestands-Alter und vordefinierte Leistungen (insbesondere die vordefinierte Höhe der monatlichen Rente). Damals erwartete jedoch niemand, dass die Menschen so lange und so zahlreich leben würden wie heute.

Was bedeutet das? Der Aufbau eines angemessenen Rentensystems ist ein Wahrscheinlichkeitsspiel, und die Regierungen haben verloren. In der Vergangenheit wurde nicht genug eingezahlt, sodass heute Rentendefizite bestehen, die von den jüngeren Generationen gedeckt werden müssen.

Falls Du nicht die jüngste Medienberichterstattung verfolgt hast: Frankreich bemüht sich aktuell sehr, sein geschätztes Rentensystem zu reformieren. Mit einer Arbeitswoche von 35 Stunden und einem offiziellen Rentenalter von 62 Jahren (das zu den niedrigsten in der entwickelten Welt gehört), deckt der Staat schließlich das Defizit zwischen Beiträgen und Auszahlungen. In Zahlen ausgedrückt: 14 % der gesamten Wirtschaftsleistung Frankreichs fließt in die öffentlichen Rentenausgaben!

Aber wie sieht das Bild für uns in Deutschland aus? Unsere Regierung ist sich auch der ungünstigen demografischen Entwicklung und der Rentenverpflichtungen im Inland bewusst und könnte daher die Schaffung eines staatlichen Vermögensfonds für die Altersversorgung in Erwägung ziehen, der das derzeitige Umlageverfahren ergänzt. Laut einer aktuellen Studie der ING sind fast 60 % der derzeit arbeitenden Deutschen nicht sicher, ob sie im Ruhestand genug Geld haben werden, und über 40 % denken bereits darüber nach, sich einen Nebenjob zu suchen, um im Ruhestand weiterhin etwas Geld zu verdienen.

2. Aber was ist mit unserem Ruf als Sparweltmeister?

Deutschland spart immer noch viel, aber bei den Zinsen, die auf absehbare Zeit auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, reichen die Zinsen auf Ihrem Bargeld-Sparkonto vielleicht nicht einmal für einen Kaffee im Alter.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Angus Deaton hat 2015 gesagt: „Das Leben ist heute besser als zu fast jeder Zeit in der Geschichte”. Zwar würden wir alle mit dieser Aussage übereinstimmen, aber wir sollten uns nicht nur auf die Vergangenheit verlassen. Stattdessen müssen wir nach vorne schauen und uns fragen, ob wir darauf warten sollten, dass die Regierungen Maßnahmen ergreifen und die Zinsen wieder erhöhen, oder ob wir einen anderen Weg einschlagen sollten, um für uns und unsere Liebsten eine sichere finanzielle Zukunft zu sichern.

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