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ETF-INVESTMENT

9 Gründe für Intel

Autor: @Techaktien

Die Intel-Aktie (WKN: 855681) ist aufgrund diverser Probleme bei Anlegern in Ungnade gefallen. Wegen Entwicklungsproblemen und dem Verlust von Apple als Kunden wurde Intel abgestraft. Konkurrent AMD hat sich die Performance-Krone mit seinen Chips geschnappt und genießt daher höheres Ansehen. Momentan erscheint die Aktie so sexy wie Hausstaub. Es gibt jedoch einige Aspekte, die häufig bei der Bewertung des Potenzials übersehen werden.

Neue Grafikkarten

PC-Spieler wissen, dass wegen des Kryptobooms viele Miner Grafikkarten direkt ab Werk kaufen um damit gewinnbringend Altcoins zu schürfen. Der Markt sowie der Gebrauchtmarkt für Grafikkarten ist ausgetrocknet und die Preise sind absurd gestiegen. Es gibt neue Leaks, dass Intel seine erste richtige Grafikkartenreihe "DG2 Xe HPG" noch dieses Jahr bringen könnte und damit das Duopol von AMD und Nvidia beendet. Diese kommen mit der Produktion zurzeit kaum hinterher. Intel hatte 2017 dafür AMDs Chefingenieur für Grafikkarten, Raja Koduri, abgeworben. Sollte der Kryptoboom anhalten, würden alle drei sicherlich gut verdienen.

5G

Am Thema 5G verdient Intel auch mit, da hier Prozessoren für 5G Radio Access Networks bereitgestellt werden. Diese Chips arbeiten in den 5G Basis-Stationen und werden u.a. von Ericsson und ZTE verwendet.

Intel Habana: Beschleuniger für künstliche Intelligenz

Intel hatte das israelische KI-Startup „Habana Labs“ im Dezember 2019 für 2 Mrd. $ übernommen.  Amazon hat angekündigt Intel Habana Gaudi-Beschleuniger ab 2021 in seinen Rechenzentren zu nutzen. Sie unterstützen dort neuronale Netze, Deep Learning, Sprachverarbeitung, Objekterkennung sowie -klassifizierung und Empfehlungen für Produkte in Online-Shops.

Mobileye: Autonomes Fahren

Intel hatte durch Zukäufe der Firmen Mobileye und Moovitbeachtliche Fortschritte beim autonomen Fahren / Robotaxis gemacht. Man sieht sich im Vorteil gegenüber Tesla, da Intel neben Kameras ein zweites System mit LIDAR verwendet. Intels Partner sind u.a. VW, BMW, Ford, Nio, Nissan und Geely. Die Marktreife wird im Jahr 2022 erwartet.

Produkt-Pipeline

Ende 2021 wird voraussichtlich Intels 12. Prozessor-Generation „Alder Lake“ erscheinen. Alder Lake soll in einem Hybrid-Design auf dem Desktop, in Notebooks und Tablets neue Maßstäbe in Effizienz erreichen. Bei erfolgreichem Produkt-Launch lauert hier auch ggf. Potenzial für den Aktienkurs.

Fundamentaldaten

2020 war wegen Work from Home und Remote Learning für Intel ein Rekordjahr mit fast 78 Mrd. $ Umsatz und einer Steigerung von 9% zu 2019. Intel machte 2020 mehr Umsatz als TSMC, AMD und Nvidia zusammen! Die Firma ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Dividendenzahler (2,38% Dividendenrendite, keine Kürzung seit 1994), hat ein Vielfaches an Umsätzen und Gewinnen mehr als AMD und ist günstig bewertet mit einem KGV 2021 von aktuell 12 (AMD 43). AMD ist immer noch ein „Zwerg“ gegen Intel. Intel ist außerdem immer noch führend bei Verkäufen von Produkten für Datenzentren, Notebooks und PCs und hatte Ende 2020 einen Anteil von 93,4% auf dem Servermarkt.

Personal

Vor kurzem bekam Intel einen neuen CEO. Anstatt eines Buchhalters ist mit Pat Gelsingernun ein Ingenieur am Steuer. Mit ihm sind gleich drei weitere Industriegrößen zurückgekehrt zu Intel. Diese Personalverstärkung könnte helfen die Forschung und Entwicklung zu optimieren.

Missverständnis Fertigungsgröße

Vielen ist nicht bekannt, dass die Fertigungsgröße der Prozessoren in Nanometer in diesem Fall keine metrische Einheit ist. AMDs 7nm haben etwa die gleiche Dichte (Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter) wie Intels 10nm. Es sind eher Marketingbezeichnungen. Selbst einige Analysten haben das noch nicht verstanden und sehen 7nm von AMD / TSMC als fortschrittlicher und überlegen an.

Eigene Fabriken

Anders als „fabless“ Firmen wie AMD, Nvidia und Qualcomm hat Intel eigene Produktionsanlagen und muss sich nicht bei Auftragsfertigern wie TSMC und Samsung Electronics einreihen um Prozessoren herzustellen. Das schafft Souveränität und eine höhere Gewinnmarge. Intel hat insgesamt 15 Fabriken in den USA, Irland, Israel, China, Costa Rica, Malaysia und Vietnam.

Fazit

Die Intel-Aktie ist sicherlich kein Hot Stock und nur geeignet für sehr geduldige Anleger. Wie hier beschrieben schlummert jedoch einiges an Zukunftspotenzial. Ich selbst bin in Intel, AMD, Nvidia und TSMC investiert.

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